Mahnmal
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Mahnmal am Weizberg
PORAJMOS
für die im Nationalsozialismus ermordeten
Roma und Sinti

Gestaltung: Walter Kratner

Eröffnung:
Sonntag, 6. Mai, 11:30, Areal vor Weizbergkirche
Mag. Franz Lebenbauer, Dechant
Erwin Eggenreich, Bürgermeister der Stadt Weiz

Ceija Stojka, Schriftstellerin und Malerin
Prof. Rudolf Sarközi, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma


Das Mahnmal qualifiziert die nationalsozialistischen Verbrechen als Völkermord an Sinti und Roma, der aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen der planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden ist – wie an den Juden.

Das Mahnmal am Weizberg ist eine Geste an die Opfergeneration. Die Gestaltung stammt von Walter Kratner und zeigt die zerbrochene Radachse eines Güterwaggons als Sinnbild für Deportation und Genozid.

Die Erinnerungsthematik wird ergänzt durch die Schrifttafel „Porajmos“. Der Begriff bedeutet in der Sprache der Sinti und Roma „das Verschlingen“ und bezeichnet den nationalsozialistischen Völkermord an den – als „Zigeuner“ – verfolgten europäischen Roma. Die Zahl der Opfer ist nicht bekannt. Nach unterschiedlichen Schätzungen ist sie bei einer großen Spannbreite jedoch sechsstellig.

In der kleinen Stadt Weiz, in Österreich, wurde still und unaufgeregt etwas geschaffen, was in seiner Klarheit, Berechtigung und gedanklichen Konsequenzen weder langjähriger Diskurse noch irgendwelcher Kompromisse bedurfte.

Die Errichtung des Mahnmals entstand auf Anstoß der Roma-Künstlerin Ceija Stojka. 1933 in einem Dorfgasthaus in Kraubath (Steiermark) geboren, wurde sie 1943 in die Konzentrationslager Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen deportiert. Ceija Stojka überlebte die Todeslager. Mit ihrem Buch „Wir leben im Verborgenen“ hatte sie 1988 maßgeblich Anteil, dass das Genozid an Roma und Sinti endlich öffentlich gemacht wurde.

Der Entwurf von Walter Kratner nahm den ureigenen Auftrag jeden Denkmals, nämlich zu erinnern, sehr ernst. Er setzt ein deutlich wahrnehmbares Zeichen. Vielleicht ist ein solches Mahnmal auch ein Anlass, der viele Passanten zum Nachdenken bringen wird. Die Symbolik ist vertraut – und unbequem zugleich.

Info & Einladung

Bilder zur Eröffnung von Ulrike Halbrainer

kulturGespräch
Donnerstag, 10. Mai19:30Kunstschule KO
Dr.-Eduard-Richter-Gasse 15, 8160 Weiz

Zum aktuellen Anlass sprechen die Teilnehmer eines Kulturgesprächs  über Gedächtniskultur, Zivilisationsbruch und fragen auch nach der Sinnhaftigkeit von Mahnmalen.
Als Teilnehmer werden erwartet:
Klaus Zeyringer (Dr. phil., o.Univ.-Prof.; Literaturkritiker DER STANDARD), die Künstlerin  Catrin Bolt und die Künstler Josef Schützenhöfer, Berndt Luef, Hubert Brandstätter, Walter Kratner.
IM INTERNET : Livestream & Aufzeichnung abrufbar : www.pfingstvision.at/kunst/kulturgespraech
INFO:  T: 0650 283 16 22

 
 
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