spiritueller
weg
- 7 Stationen am Weg
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Praktische Hinweise für den Pilger
- Kunst am spirituellen Weg
- Ein Besuch über Bilder
- Das Grundkonzept
- Hannes Schwarz, Bild
- Andrea Sailer, Feuilleton
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7 Stationen am Weg



1
Tabor
Der Tabor symbolisiert als TOR ZUR GESCHICHTE eine offene Pforte für die Zeit und das Heute, im besonderen aber für die persönliche Geschichte jedes einzelnen. Die Kirche ist hier ein Ort der Einstimmung; vor der Reise tut es gut, seinen Seelenproviant noch einmal zu sichten, sein emotionales Gepäck – Wünsche, Ängste, Hoffnungen, Träume – zu sortieren und sich zu besinnen. So wird das persönliche Sich-auf-den-Weg-Machen möglich.
2
Gefängniszelle Vor der Evangelischen Kirche befindet sich eine GEFÄNGNISZELLE.
Sie ist ein Mahnmal für alle nur denkbaren Gefangenschaften im Menschen und in der Welt. Aus einer Box kann jeder auf seinem Weg eine Bibelrolle mitnehmen, ein Wort der Einkehr.
3
Schwebebalken

Die Allee am Weizberg bietet als PLATZ DER STILLE die Möglichkeit zu intensiver Meditation. Im Zentrum steht der Schwebebalken von Walter Kratner; ein Symbol für die Erneuerung von Altem und das Aufheben der Schwere. Eine weitere Chance zur Selbstfindung, zu Einkehr und Meditation bietet am Weizberg die Alte Kegelbahn mit einer Rauminstallation des Künstlers Walter Kratner.
4
Kraeutergarten
Unterstützt wird diese Selbst- und Sinnsuche vom gegenüber liegenden
HEILKRÄUTERGARTEN, der einmal mehr die Kraft der Natur mit allen fünf Sinnen erfahrbar macht. Der ehemalige Pfarrgarten strahlt eine franziskanische Idylle aus.
5
Porajmos
Das Mahnmal PORAJMOS qualifiziert die nationalsozialistischen Verbrechen als Völkermord. Es ist eine Geste an die Opfergeneration. Die Gestaltung stammt von Walter Kratner und zeigt die zerbrochene Radachse eines Güterwaggons als Sinnbild für Deportation und Genozid.
6
Weizbergkirche
Der WEG DER VERWANDLUNG, ein Gang um den Hochaltar der Weizbergkirche, ist ein Weg zur Kraft, der den menschlichen (Grat-) Wanderungen von der Trauer zum Trost und von der Hoffnungslosigkeit
zur Zuversicht nachspürt.
7
Emanuelkapelle
In der Emanuelkapelle kann die bisher getankte Kraft schon zur Anwendung kommen. Sie ist nötig, um im HÖR!RAUM die Begegnung mit den Schwachen der Gesellschaft, den Geringsten dieser Welt aufnehmen zu können. Diese Begegnung findet mit einer Rauminstallation von Texten der Weizer Schriftstellerin Andrea Sailer statt.

Andrea Sailer

Spiritueller Weg




An den Quellen zur Kraft lautet das Motto des Spirituellen Weges. Es ist dies ein siebenfacher Weg; sieben Kraftquellen laden
ein zum Innehalten, zum Nachdenken, vor allem aber zum Auftanken. Im Spannungsfeld von Solidarität und Spiritualität gilt es, sich auf eine Reise der ganz anderen Art zu begeben. Dieses Unterwegssein kann viele Gesichter haben, sich in ganz unterschiedlichen
Begegnungen widerspiegeln. Die Konfrontation mit Kunst ist eine Form davon, die Annäherung an die Natur eine andere.
Die Dualität des menschlichen Lebens – hier das sinnliche Erfahren, da die Welt des Geistes – braucht mehr als nur eine Kraftquelle.
Und auch, wenn mitunter schon der Weg das Ziel sein kann, ist ein vielfaches Ankommen unterwegs ebenso möglich. Wie diese Arten der Ankunft – bei uns selbst, bei den Mitmenschen, bei der Schöpfung, bei Gott, wo auch immer – aussehen können, hängt gewiß von jedem einzelnen ab. Die 7 Kraftquellen sind dabei nur das sichere Geländer, das dem zeitgenössischen Pilger als Stütze dienen kann, als neutraler Wegweiser. Eindeutige Richtungspfeile gibt es nicht, denn wohin die Reise geht, wohin der Weg uns führt, bleibt letztlich etwas zutiefst Persönliches.
Die heutige Zeit ist eine Zeit der Suche. Diese Suche ist manchmal ein verzweifeltes Umherirren, manchmal ein beharrliches Voranschreiten,
beizeiten ein Weg der Mühsal und Plage, dazwischen auch immer wieder leicht und schön. Kraft ist für jeden Weg und jede Suche nötig. Kraft zum Aufbruch, Kraft zum Durchhalten, Kraft zum Weitermachen, Weiterhoffen, Weiterglauben, Weiterdenken
und Weitergehen. Auf dem Spirituellen Weg finden wir solche zeitlosen und dabei doch untrennbar mit dieser Zeit verbundenen Tankstellen. Hier finden wir den Kraftstoff für die Seele und den Geist. Wer auftanken kann, wird vermutlich auch fündig werden auf seiner Suche. Im besten Falle bei sich selbst.

andrea sailer
 
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