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pfingstArt 07
Donnerstag_Christi Himmelfahrt_17.Mai_19.00-22.00
Kulturkeller am Weizberg

Silke Hassler - Leseaufführung
Arnold Mettnitzer - Podiumsgespräch
Pia Schauenburg - Ausstellung

Nach der grandiosen Uraufführung von "Jedem das Seine" (von Silke Hassler und Peter Turrini) im Stadttheater Klagenfurt, Anfang des Jahres, gibt Silke Hassler eine einmalige Leseaufführung über ein verdrängtes Kapitel österreichischer Geschichte: die Todesmärsche 1944/45.

Silke Hassler ist Dramatikerin, Arnold Mettnitzer Theologe, Pia Schauenburg Objektkünstlerin. Der Themenabend erinnert an die Todesmärsche jüdischer Zwangsarbeiter, führt ein Gespräch über den Mechanismus, jemanden zu hassen, ohne ihn zu kennen und listet die Opfer aller James-Bond-Filme auf.

Silke Hassler
„Jedem das Seine“, eine Leseaufführung:
Der Krieg hört nicht überall gleichzeitig auf. Als sein Ende 1945 in den Städten bereits gefeiert wurde, kostete er anderswo, vor allem am Land, noch tausende Menschen das Leben. Unter ihnen die ungarischen Juden der so genannten Todesmärsche 1944/45. Zehntausende waren in Arbeitslagern interniert, galten aber mit dem Vorrücken der Roten Armee zunehmend als Faustpfand für Verhandlungen mit den Alliierten und wurden deshalb in Konzentrationslager getrieben. Von einem diese Todesmärsche betreffenden fiktiven Rettungsmanöver erzählen Silke Hassler und Peter Turrini in der am Stadttheater Klagenfurt uraufgeführten Volksoperette „Jedem das Seine“. ( aus: Der Standard, März 07) Silke Hassler gibt für pfingstArt 07 eine einmalige Leseaufführung aus dem Stück.

Podiumsgespräch
Silke Hassler im Podiumsgespräch mit Arnold Mettnitzer über den Mechanismus, jemanden zu hassen, obwohl man ihn nicht kennt.

Solidarität, Spiritualität

Ausstellung
1962 erschien der erste "James Bond 007"-Film in den Kinos. Pia Schauenburg katalogisiert in der Installation ("Terrortorium" oder "Eine kurze Geschichte des Terrors") im Kulturkeller sämtliche Figuren aller Filme, die durch die Hand von James Bond ums Leben kommen. Sterbezeit (Jahr, Stunde, Frame des Films), Nationalität, Todesursache werden festgehalten und auf Dateikarten aufgelistet.
Als Geheimagent kämpft James Bond gegen die Bedrohung durch den Terrorismus. Er ermordet unzählige Gegenspieler im Namen der Weltsicherheit ohne Reue oder moralische Zweifel. Auffallend dabei ist jeweils die Herkunft der "Feinde" oder zumindest der Aufenthaltsort des Aggressors: zunächst sind dies die Sowjet-Staaten und die übrigen kommunistisch regierten Länder, während in den jüngeren Produktionen die Feindbilder wieder in Russland, Kuba, Nordkorea oder Aserbaidschan ausgemacht werden.

Solidarität, Spiritualität

Erschreckend deutlich ist dabei die Parallele mit der vornehmlich amerikanischen Außenpolitik und den Konflikten in der entsprechenden Zeitspanne. Ebenso erschreckend kurz sind die Reaktionszeiten der Filmbranche auf die weltpolitischen Ereignisse: So "versteckt" sich in einem Film von 2002 der nordkoreanische Terrorist hinter der Identität eines Deutschen aus Hamburg…

Die Installation besteht aus mehreren Teilen: eine vereinfachte Weltkarte mit grafischer Statistik (Aggressor-Staaten) Filmstils der "Bond-Opfer" aus allen offiziellen 007-James Bond-Filmen Katalogisierung der Abbildungen nach Sterbezeit, Herkunft, Todesursache...

Pia Schauenburg, Mag. art.

1977

geboren in Mönchengladbach, NRW Deutschland

1998

Beginn des Studiums Experimentelle Visuelle Gestaltung, Institut für Bildende Kunst und Kulturwissenschaften an der Kunstuniversität Linz

2001

Einjähriger Studienaufenthalt am College For Architecture and the Fine Arts, University of Illinois at Chicago, USA

2006

Abschluss des Studiums mit Auszeichnung an der Kunstuniversität Linz mit der Diplomarbeit "Die Deutschen kommen! Ein Stück in zwei Akten"

Anschließend (ca. 21.30)
Konzert in der Wallfahrtskirche am Weizberg
Zeitgenössische Sakralmusik in ungewohnter Besetzung. Die Ausführenden der Auftragskomposition ("Alpha und Omega") von Johannes Ebenbauer sind: Johannes Ebenbauer (Orgel), Josef Alexander Mayr (Cello), Raul Sengupta (Perkussion), Georg Gratzer (Saxophon)

Weitere Infos

 


Über Peter Turrini:
Er gilt als Vertreter des kritischen parodistischen Volkstheaters und zählt zu den bedeutendsten lebenden Dramatikern deutscher Sprache. Seine ersten provokanten sozialkritischen Stücke "Rozznjogd" (1971) und "Sauschlachten" (1972) gerieten zu Theaterskandalen und lösten heftige Kontroversen aus.
Turrinis Arbeit als Theaterautor, Dichter und "Zwischenrufer" setzt sich vorwiegend mit sozialen und politischen Widersprüchen der österreichischen Realität auseinander. Dabei geht es ihm um den "Alltag der Unterdrückung", um die "normale Katastrophe". Weitere Stichworte, die Peter Turrinis Gegenwartsliteratur umreißen: Lust an der Provokation, das Hinterfragen moralischer Werte und der heimatlichen Idylle. Die demonstrativ zornigen Verbalinjurien stehen durchaus in österreichischer Tradition, doch erkannte die Literaturkritik hinter dem Image des Bürgerschrecks frühzeitig barocken Weltekel und eine bildhafte, dialektgespeiste Sprachkraft in Verbindung mit der Suche nach experimentellen Schreibformen.

Peter Turrini, Textzitate:

"Wie lange noch
werde ich alles hinunterschlucken
und so tun
als sei nichts gewesen?"

Aus: "Ein paar Schritte zurück", Gedichte, 1985

"Die braunen Rülpser des österreichischen Antisemitismus geistern immer durch mein Werk. Denen kann ich mich nicht in historischer Reminiszenz nähern."

Aus: Interview, Kurier, 25.02.07

   
pfingstArt 07
Das Programm

19.00

Prolog, Andrea Sailer

19.15

Pia Schauenburg: „Terrortorium“,
über die Ausstellung:
Walter Kratner

19.30

Leseaufführung,
Silke Hassler

20.15

Buffet, Pause

20.30

Podiumsgespräch,
Silke Hassler und Arnold Mettnitzer

21.30

Konzert in der Wallfahrtskirche

Ausführende:
Johannes Ebenbauer (Orgel),
Josef Alexander Mayr (Cello),
Raul Sengupta (Perkussion),
Georg Gratzer (Saxophon)

Eintritt: € 5.- (inkl. Buffet)

>Info über Anreise

Foto:
Arnold Mettnitzer, pfingstArt 06

 
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